Spätjahr

Nachdem es im Frühjahr wieder kräftig geregnet hatte und sich unsere Böden mit Wasser gesättigt hatten, kamen die ersten warmen Tage und die Reben machten sich mit dem Knospenschwellen für den Austrieb bereit. Hier deutete sich schon an, dass 2026 die Entwicklung der Natur wieder sehr früh sein könnte.

Zum Glück wurde es noch einmal etwas kühler und der Austrieb verzögerte sich, da zu diesem Zeitpunkt die Gefahr für Spätfröste noch sehr hoch war. Als dann aber die Temperatur anstieg, kannten die Weinreben kein Halten mehr. Wie bereits in den letzten Jahren ging die Entwicklung rasend und als bereits Ende Mai die Rebblüte einsetzte, konnte man eine frühe Weinlese schon erahnen.

Wie in den meisten Teilen Deutschlands blieb auch bei uns der Regen weitgehend aus.

Zunächst war das gut für uns, denn ab dem Austrieb bis nach der Rebblüte sind die Reben sehr anfällig für Pilzkrankheiten. Fällt in diesem Zeitraum kein Regen, haben die Pilzkrankheiten keine Chance und wir somit leichtes Spiel. Irgendwann kommt aber der Moment, an dem das Wasser knapp wird. So war es auch bei uns. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir mehrmals großes Glück: Wir bekamen immer wieder etwas Regen ab, nicht sehr viel, aber ausreichend, damit keine Trockenschäden entstanden sind. Im nördlichen Teil der Pfalz sah es teilweise ganz anders aus, hier gab es flächendeckend Trockenschäden, vor allem in jungen Weinbergen. Stellenweise mussten dort die Trauben sogar vor der Reife auf den Boden geschnitten werden, um die Reben zu schützen.

Unweit südlich von uns, an der Grenze zum Elsas ging im Juli ein schweres Unwetter mit Hagel nieder. Im Zentrum so heftig, dass an den Weinreben keine grünen Teile mehr zu sehen waren.

Von alldem verschont und mit minimalen Niederschlägen reiften unsere Trauben in einem nahezu perfekten Zustand in sehr schnellem Tempo heran. Bereits Ende August, so früh wie noch nie, begannen wir mit der größtmöglichen Eile mit der Weinlese, da die Mostgewichte sehr schnell anstiegen.

Im Vergleich zum letzten Jahr lagen die Erträge auf einem guten und normalen Niveau.

Auch hatten wir zum gleichen Zeitpunkt ähnlich hohe Mostgewichte, bei diesem Jahr 20 % höheren Erträgen. Das unterstreicht noch einmal welch außergewöhnliches Jahr 2026 bis dahin war.

 

Glücklich und zufrieden mit dem 2026er-Jahrgang lassen wir die Weine nun gemütlich in Ihren Fässern über Winter ruhen und sind selbst voller Vorfreude, wie sie sich im nächsten Frühjahr nach der Filtration präsentieren werden.

"``Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.``"

Winston Churchill

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